Fast jede:r dritte Jugendliche sieht laut einer Studie des Unicefs die Zukunft der Welt eher oder sehr pessimistisch. Krieg, Inflation und Teuerungen/ knapper Wohnraum machen der Jugend Angst so die 2025 veröffentliche Jugend in Deutschland Studie . Die Hälfe der Jugendlichen zeigt sih laut einer Studie in Deutschland interessiert für politische Themen, aber nur 45% glauben daran, selbst Einfluss nehmen zu können.
Heute hat die Jugend in Deutschland, die für sie so charakteristische Hoffnung, größtenteils verloren. Das zeigt sich in ihrer politischen, sozialen und besonders psychischen Verfassung. Wohin kann das führen und was gibt es, auf die Jugend vielleicht doch noch – hoffen kann?
Im September 2026 stehen in Sachsen Anhalt Landtagswahlen an und die AfD erreicht in Umfragen jetzt über 40%. Die jungen Wähler:innen spielen eine ausschlaggebende Rolle im Trend weg von den etablierten Partei, wie CDU und SPD. Bei der Bundestagswahl 2025 wählen 38,8% der 18-24 jährigen aus Sachsen-Anhalt die AfD und 27% die Linke, während die regierende CDU mit 6,6% den 3. Platz machte. Besonders junge Männer gelten als Ankerpunkt der neuen Rechten, während junge Frauen offener gegenüber linken Ideen sind. Das zeigt in Zahlen, was in den Schulen, Unis und Ausbildungsstätten bekannt ist; die Jugend vertraut nicht in die regierenden Parteien und sieht in der aktuellen Politik keine Zukunft. Wenigstens da, können sich alle einig werden.
Seit einem Jahr ist Friedrich Merz jetzt deutscher Bundeskanzler und 65% der Wahlberechtigten sind unzufrieden mit seiner Politik, die Woche für Woche für neue Schlagzeilen sorgt. Merz zeigt viel offener, als seine Vorgänger, in wessen Interessen er handelt: Der Firmenchefs und Unternehmer, der Rüstungsindustrie, des deutschen Kapitals. Dafür wirft er alle unter die Räder, allen voran die Arbeiter:innenklasse, die immer noch mehr schuften soll, die Migrant:innen, die er zum Sündenbock erklärt, die Frauen, deren Leben durch Kürzungen und patriarchale Gesetzestexte in Gefahr gebracht werden und die arbeits- und kriegsscheue, verweichlichte Jugend.
Diese Politik ist nicht nur das Ergebnis eines besonders reaktionären alten weißen Mannes wie Merz, sondern vielmehr das, was der Kapitalismus heute braucht. Inflation, Kriege, wachsende Armut und die Angst um endliche Ressourcen sind Ausdruck einer Krise des kapitalistischen Systems, die er selbst verursacht hat – aus der er sich aber selbst auch nicht befreien kann.
Die Lösungen, die heute präsentiert werden, wie eine abbauende Autoindustrie kurzerhand zum Rüstungsbau umzufunktionieren, sind durchsichtige Pflaster auf den klaffenden Wunden eines Systems, das sein eigenes Grab schaufelt.
Wenig überraschend also, dass die Jugend politisch interessiert ist, und die Krisen um sich herum verstehen will und gleichzeitig nach einem Ausweg sucht. Auch außerhalb vom Wahlverhalten zeichnet sich das ab. Im letzten Sommer 2025 wurden die Christopher-Street-Day Veranstaltungen, vor allem in kleineren, ländlicheren Regionen in Ost- und Westdeutschland von faschistischen Gegendemonstrationen begleitet, von rechten Streamern verfolgt, teilnehmende LGBTI+ Personen bedroht, beleidigt und verfolgt. Führend im aufbau der Drohkulisse waren die heute nahezu irrelevante „Deutsche Jugend voran“ , die Jugendorganisation der faschistischen 3. Weg-Partei, die „Nationalrevolutionäre Jugend“ und „Jung und Stark“. Die Drohkulisse konnte durch die antifaschistische und solidarische Organisierung von LGBTI+ Personen größtenteils zurückgedrängt werden.
Die psychische Verfassung der Jugend
Neben der direkten politischen Betätigung und Positionierung, zeigen auch Erhebungen über die psychische Verfassung junger Menschen, die Auswirkungen der Krisen des Systems. Im Jahr 2024 haben insgesamt 861 Menschen unter 29 Jahren Suizid begangen. 2023 war es die häufigste Todesursache unter 10- bis 25-Jährigen; und haben 18% aller Tode in der Altersgruppe ausgemacht. Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Angststörungen sind stark verbreitet innerhalb der Jugend. Auch wenn deutliche Erhebungen, auch durch den Mangel an Behandlungen erschwert werden, lässt sich klar eine Steigerung der Klinikaufenthalte, Diagnosen, Arbeitsunfähigkeiten und Suiziden von Jugendlichen auf Grund psychischer Erkrankungen erkennen. Die Betroffenheit von Frauen ist den letzten Jahren durch alle Altersgruppen hinweg angestiegen.
Ein linkes Bündnis und eine sozialistische Jugendorganisation gaben in den letzten Monate Suizide von Aktivist:innen bekannt. Die hinterbliebenen Genoss:innen haben sie deutlich als Opfer eines kaputten kapitalistischen, LGBTI+ feindlichen Systems benannt, das Jugendlichen keinen Platz lässt.
Für viele Jugendliche ist auch die Suche nach Hilfe ein schwieriger Weg, denn neben gesellschaftlichen Tabus und Hemmungen, ist der soziale, gesundheitliche und kulturelle Sektor heute massiven Kürzungen ausgesetzt. Ein weiteres Symptom der deutschen Kriegsvorbereitung: Geld für Panzer und KI Überwachung ist wichtiger, als Geld fü psychisch belastete Jugendliche. Seit dem 1. April 2026 werden die Honorare für ambulante psychotherapeutische Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung um 4,5 Prozent gekürzt. Alle, die schon mal auf Suche nach einem Therapieplatz waren wissen, das die Kürzungen unterlassener Hilfeleistung nahekommt. Zum 30. Juni soll die größte Klinik in Deutschland für suchtkranke Jugendliche geschlossen werden. Hier werden durch fehlende Finanzierung Arbeiter:innen aus dem Gesundheits- und sozialem Sektor die Arbeitsplätze genommen oder extrem erschwert.
Der Umschlagmoment für den Anstieg psychischer Erkrankungen liegt laut Medienberichten vor allem in den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Lockdown Maßnahmen. Es ist durch viele Studien belegt, dass die soziale Isolation die Situation für viele Jugendliche erheblich verschlechtert hat. Das allgemeine Phänomen von psychischen Belastungen und Erkrankungen innerhalb der Jugend ausschließlich im Lockdown zu begründen, greift aber ungefähr so kurz, wie die Zuwendung der Jugend zur AfD allein mit TikTok Konsum zu erklären.
Jedes System hat eine Weltanschauung, eine Ideologie, die es verbreitet und aus dem es seine Politik erklärt. Im kapitalistischen System sind die Ideen der Kapitalisten, der Konzernchefs und ihrer Ideologen in Universitäten, Think-Tanks und Wirtschaftsmagazinen vorherrschend. Wenn aber das System ins Wanken gerät und selbst keine plausiblen Lösungen, für die geschaffenen Probleme liefern kann, gerät auch seine Ideologie ins straucheln. Die Märchen eines freien Marktes und Wettbewerb, der Chancengleichheit und einer Zeit des Friedens nach dem Ende der Sowjetunion mögen vor 2008 viele Menschen im imperialistischen Zentrum noch überzeugt haben. Heute weiß selbst Christian Linder, dass ihn niemand mehr ernst nimmt (oder wählt), weil die Realität der Arbeiter:innenklasse in so deutlichem Widerspruch zu seinen Geschichten steht, dass er es sich lieber in die Autobranche zurückzieht.
Ein Blick in die Geschicht zeigt das solche Zeiten nicht das erste mal zu sehen sind. Zwischen 1928 und 1932 zeigte sich in Deutschland eine in der Presse der Weimarer Republik als „Selbstmord-Epidemie“ bezeichnete, extreme Zuspitzung der Suizid Rate. Wirtschaftskrise, Kriegsvorbereitungen, Antisemitismus, Repressionen und alle weiteren Bedrohungen, die durch die Faschisten und Kapitalisten geschürt und gestärkt wurden nahmen den Menschen alle Hoffnung. Besonders die Jugend, die in den Nachfolgen des 1. Weltkriegs und mit den Geschichten der Veteranen aufgewachsen waren, fürchteten einen weiteren Krieg.
Die Krisen der Wirtschaft und des globalen politischen Systems, welches sich in Kriegen, Umweltzerstörung und Leid ausdrückt, hat Auswirkungen auf die Menschen, die unter diesen Bedingungen leben, ohne sie selbst gewählt zu haben. Eine Gesellschaft, die aufrüstet und sich vorbereitet um Kriege zu führen, wird brutaler und ein militärisches Bild von Männlichkeit, bringt gleichzeitig einen Anstieg von patriarchaler Gewalt mit sich. Faschisten bereiten mit ihrer Hetze gegen Migrant:innen, LGBTI+ Personen und die linke Bewegung einen reaktionären politischen Wandel vor, der in Kriegszeiten die „Heimatfront“ ruhig halten kann.
In Anbetracht dieser Realität und allem, was darauf noch folgen kann, ist es nur logisch, eher oder sehr pessimistisch in die Zukunft zu blicken – wenn man innerhalb des bestehenden wirtschaftlichen und politischen Systems denkt.
Die Aufgaben der revolutionären Jugendbewegung
Es wäre auch naiv, Hoffnung aus den nächsten Wahlen oder leeren Versprechen der Politiker:innen zu ziehen. Aber ein Blick in die Geschichte zeigt; es war nicht immer wie es heute ist. Die meisten politischen und wirtschaftlichen Systeme, die mal existierten, wurden gestürzt. Veränderung und Entwicklung ist immer das Ergebnis von Kämpfen zwischen der besitzenden und der besessenen Klasse. Das 20. Jahrhundert hat uns gezeigt, dass die Arbeiter:innenklasse und die unterdrückten Völker in der Lage sind Revolutionen zu organisieren, und ihre Ausbeuter zu verjagen. Aber auch das 21. Jahrhundert zeigt uns: Aufstand und Revolution ist möglich. Gllobal folgt ein Aufstand auf einen nächsten und Millionen an Menschen erkennen international, dass dieses System dem Untergang geweiht ist. Was von Nepal bis Peru, von Marroko bis Bulgarien deutlich wird ist, es wird nicht reichen, nur zu stürzen, sonst lauert der nächste lügende Politiker schon um die Ecke. Es braucht einen klaren Plan, eine Vorstellung von einer besseren Welt und einer Organisierung, die darauf ausgerichtet ist. Es braucht Hoffnung auf eine bessere Welt, um anfangen zu können, eine eigene aufzubauen.
Der Verfassungsschutz beobachtet, laut verschiedener Berichte, besorgt die stetig wachsende Teilnahme besonders junger Demonstrant:innen auf der jährlichen Liebkneckt-Luxemburg-Lenin Gedenkdemonstration in Berlin. Daran wird eine deutliche Zuwendung zu marxistischen Ideen und einer sozialistischen oder kommunistischen Organisierung als Ausweg aus der Krise für die Jugend analysiert. Diese Jugendlichen haben also erkannt, dass es Hoffnung gibt für sie. Hoffnung auf ein Leben für das auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gekämpft haben. Hoffnung in einem gemeinsamen organisierten Kampf, wie Vladimir Lenin ihn führte.
Eine hoffnungslose, passive Jugend, die zuguckt, wie die Welt vor die Hunde geht, dient nur den Herrschenden. Nur wer glaubt, dass es sich lohnt, kann kämpfen.
Die revolutionäre Jugendbewegung muss heute Vertrauen in die eigenen Kräfte und die Jugendmassen um sie herum entwickeln. Sie muss mutiger werden, sich in die gesellschaftlichen Kämpfe der Zeit hineinstürzen und aus den gesammlten Erfahrungen neue Erkenntnisse gewinnen. Mit dieser Grundlage können mutige Ziele gesetzt werden, tatsächlich politische Erfolge zu erzielen; heute über reine symbolische Aktionen hinaus zu gehen und tatsächlich in der Verlauf der Dinge einzugreifen. Schaut man zu, wenn CSDs angegriffen, Genozide verübt und Frauenäuser gekürzt werden und genügt sich damit zu zeigen, dass man es schlecht findet? Oder will man es verändern?
Der Mut den diese Entscheidungen brauchen, baut selbst auf Hoffnung auf Erfolg auf; gleichzeitig sind die Erfolge, die er schaffen kann, grundlegend um Hoffnung auf Veränderung breiter vermitteln zu können. Die Erfolge können noch so klein sein, es können erste Schritte in einer Stützpunktarbeit sein, oder eine erfolgreiche Aktion sein. Die Kleinen Erfolge sind ein Schritt hin zu den großen Erfolg. In der letzten Zeit hat die revolutionäre Jugendbewegung große Erfolge feieren können, die Schulstreik Bewegung, die CSDs die verteidigt wurden oder auch das tausende von Jugendlichen bereit waren sich der AFD militant in den Weg zu stellen. Das sind alles Erfolge auf die aufgebaut werden kann und aus denen wir kollektive kraft, Erfahrungen und lehren für die kommenden Kämpfe ziehen aus denen wir Hoffnung gewinnen.
Die Zeit der Vorbereitung auf einen 3. Weltkrieg schafft schwierige Bedingungen für die Arbeiter:innenklasse und alle Unterdrückten, die hier ausgeführt wurden. Aber das fehlende Vertrauen in die herrschende Klassem bietet auch das Potetial für Sprünge im Bewusstsein, der Organisierung und Bereitschaft der Massen zu politischem Kampf; heute für ihre eigenen Rechte, morgen die ihrer Nachbar:innen und übermorgen gemeinsam für den Sozialismus und die Frauenrevolution.
Jede einzelne junge Person, die sich zurückgelassen, ohne Perspektive und Plan, alleine und aussichtslos fühlt, muss ihren Platz im Kampf gegen diese Umstände finden. Die revolutionäre Jugendbewegung muss es sich heute zur Aufgabe machen um das Leben, und die Hoffnung jedes einzelnen Jugendlichen zu kämpfen und voller Vertrauen in den eigenen Sieg den Kampf mutig weiter führen!


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